Es ist nicht jedem gegeben, gut zu singen. Falsch. Michael Helbing schafft es, jedem Vertrauen in die eigene Stimme einzupflanzen, die eigenen Fähigkeiten auszubauen und er hat ein unglaubliches Gespür für die Punkte, an denen man dann auch sehr konzentriert, aber mit sehr viel Spaß und Lachen arbeitet. Klar, spricht man mit anderen, die irgendwo Stunden genommen haben, erfährt man, dass natürlich auch das übliche Handwerkszeug und bekannte Übungen zum Einsatz kommen, doch bekomme ich als Schüler immer gute Erklärungen, warum ich nun dies oder das üben soll. Ich kam als 50er und hatte keinerlei musikalische Vorbildung, konnte nicht mal Noten. Michael Helbing geht sehr auf die Wünsche ein, übt gemeinsam an Stücken, die man vorschlägt, um seine Stimme dahin zu bringen, was sie eigentlich kann und was in ihr wohnt. Michael Helbing ist gerade bei den Erklärungen der Übungen sein medizinisch-therapeutischer Hintergrund sehr positiv anzumerken. Das spiegelt sich beispielsweise bei Problemlösungen wider, etwa wenn Zahnersatz stört oder wenn die Stimme mal etwas kratzt. Sehr angenehm ist aber auch, dass dabei keine klinische Atmosphäre herrscht, sondern immer auch eine persönliche Brücke aufgebaut wird. Die Frage: „Wie geht es dir?“ ist dabei stets präsent, denn sie beeinflusst ja auch die Tagesform. Ein Klavier sorgt bei Übungen für die Begleitung, Wasser steht ebenfalls bereit (außer bei Corona 😉 ) Auch Kopfmodelle, ab und zu Videos oder Schaubilder verdeutlichen, was man da eigentlich im Hals hat und vor allem, wie der ganze Körper zum Instrument wird und wie man dazu körperliche Übungen nutzt, von denen man nie gedacht hätte, dass sie mit dem Singen in Verbindung stehen. Die Lehrpläne werden gemeinsam besprochen, dabei herrscht immer Flexibilität, etwa für Änderungen des Programms oder der Termine. Sehr positiv empfinde ich auch den KontorChor, dem ich ebenfalls seit Beginn angehöre. Ursprünglich auch für Leute gedacht, die glauben, das sie nicht singen können, hat er sich zu einer sehr guten Gemeinschaft entwickelt. Ohne Leistungsdruck, ohne Standpauken über verpasste Einsätze, über nicht richtig getroffene Töne bringt uns Michael Helbing dazu, auch schwierig erscheinende Stücke in den Griff zu bekommen, auch mehrstimmig. Dabei kommt man oft aus dem Lachen nicht mehr raus und jede Chorprobe bringt besondere Klangerlebnisse. Aus dem Chor und weiteren Mitgliedern speist sich überdies die Aktion „Musik für Kinder“, bei der es vorwiegend darum geht, durch das Singen in Krankenhäusern, Heimen für Behinderte und NIchtbehinderte und anderen sozialen Einrichtungen etwas Licht ins Leben von Kindern zu bringen, denen es nicht so gut geht. Dabei zählt dann und wann auch die Bewohnerschaft eines Seniorenheims als Kinder.