Kurs für Alltagsbegleiter*innen
Ich möchte dir gerne noch ein paar persönliche Zeilen schreiben. Heute immer noch im Nachgefühl deines Seminars vorgestern: immer noch lebendig und energiegeladen. Es war ja offen sichtlich, dass es allen Teilnehmer*innen sehr gut gefallen und getan hat mit dir zu arbeiten!
Unsere Berufsgruppe, die Alltagsbegleiter oder Demenzbegleiter, wie es ursprünglich mal hieß, leistet eine enorm anstrengende, anspruchsvolle, wertvolle und im Gegensatz dazu beschissen bezahlte Arbeit. In meiner Ausbildung zu diesem Beruf und in vielen Fortbildungen habe ich beobachtet, dass es sich überwiegend um Frauen handelt, meistens treffe ich überhaupt keine Männer in unseren Pflichtfortbildungen. Ich sage mal „wir“, sind häufig Leute mit einem höheren Berufsabschluss und Bildungsgrad als diesem der Demenzbegleitung. Wir sind zu, ich vermute mal, 80% Menschen, die durch Einbrüche im Lebenslauf aus ihrem ursprünglichen Beruf herausgefallen sind, und ihn später nicht mehr aufgreifen konnten. Familienkrisen, persönliche Krisen, Krankheit oder lange Zeiten der Kindererziehung, all so was. Viele von uns haben ein großes Potenzial an Fähigkeiten, Interessen, natürlich Wünschen. Die gesellschaftliche Anerkennung unserer Arbeit ist nicht groß, das sieht man ja an der Bezahlung. Wir eiern so um den Mindestlohn für Pflegekräfte von 10,50€ rum. Manche sogar immer noch darunter. Einige, so wie ich, schaffen es trotz Arbeit gar nicht erst aus dem Hartz4 Bezug raus. Das mal so als Hintergrund.
Gerade deshalb hat dieses Seminar so gut getan: Du gibst jeder jedem dieses Gefühl eine ganz besondere Stimme, eine wertvolle, ich würde sogar sagen ganz kostbare Stimme zu haben. Einen Schatz gewissermaßen. Das ist einfach toll, weil es ja einfach STIMMT, und weil du es so tust ohne zu schmeicheln oder aufgesetzt zu reden. Das hat mir so gut getan. Und ich bin mir sicher, all den anderen auch.
Du machst eine wundervolle Arbeit. Danke!